
Die wichtigsten Wörter
- Führhand
- deine vordere Hand
- Schlaghand
- deine hintere Hand
- Auslage
- welcher Fuß vorn steht
- Deckung
- Fäuste oben, Schlaghand am Kinn, Ellbogen am Körper
- Jab
- gerader Schlag mit der vorderen Hand
- Cross
- gerader Schlag mit der hinteren Hand
- Schattenboxen
- Boxen in die Luft
- Pratzen
- Schlagpolster, die dir jemand hinhält
- Sparring
- Üben gegen einen Partner, nur mit Trainer und freiwillig
So baust du die Grundstellung auf
Bau die Stellung von unten nach oben auf, so empfiehlt es auch die Ausbildungsunterlage von Swiss Boxing. Die Anleitung beschreibt die Stellung mit dem linken Fuß vorn, die häufigste Variante. Steht dein rechter Fuß vorn, spiegle jede Angabe. Bist du unsicher, welche Seite zu dir passt, mach den Selbsttest Linksausleger oder Rechtsausleger.
Die Grundstellung in sieben Schritten
- 1Füße setzen
Stell dich etwa schulterbreit hin. Setz den linken Fuß so weit nach vorn, dass seine Ferse ungefähr auf Höhe der rechten Fußspitze steht. Beide Füße bleiben auf eigener Spur, wie auf zwei Schienen.
- 2Füße ausrichten
Die vordere Fußspitze zeigt grob zum Ziel, die hintere etwas nach außen. Der hintere Fuß steht nie vor dem vorderen und nie direkt hinter ihm.
- 3Knie und Gewicht
Beug die Knie leicht. Verteil dein Gewicht etwa gleich auf beide Beine. Der vordere Fuß steht fast flach. Die hintere Ferse ist ein bis zwei Finger breit angehoben. Du stehst nicht auf den Zehen.
- 4Oberkörper drehen
Dreh die linke Schulter leicht nach vorn, damit du weniger Trefferfläche bietest. Heb beide Schultern leicht an und nimm sie etwas nach vorn, ohne sie zu den Ohren zu ziehen.
- 5Arme und Fäuste
Winkle beide Arme an, die Unterarme stehen senkrecht vor dem Körper. Die rechte Faust liegt am Kinn, als würdest du telefonieren, die linke etwa auf Augenhöhe, rund 10 bis 20 Zentimeter vor dem Kopf. Handrücken und Unterarm bilden eine gerade Linie.
- 6Kopf senken
Senk das Kinn, bis etwa eine Faust zwischen Kinn und Brust passt. Du schaust unter den Augenbrauen nach vorn. Der Mund bleibt geschlossen.
- 7Locker werden
Atme aus und lass die Spannung aus Schultern und Händen. Die Faust bleibt locker geschlossen und wird erst im Treffer fest. Dass sich alles zuerst komisch anfühlt, ist normal: So steht im Alltag niemand.
Zwei kleine Proben helfen dir beim Üben. Unter deine hintere Ferse passen etwa ein bis zwei Finger. Mehr heißt, du stehst auf den Zehen. Und klemm für ein paar Minuten einen Tennisball zwischen Kinn und Brust. Fällt er, war dein Kinn oben, und das Gefühl nimmst du mit.
So machst du eine Faust
Roll die Finger von den Spitzen her ein und leg den Daumen außen über Zeige- und Mittelfinger, nie in die Faust. Die Knöchel von Zeige- und Mittelfinger stehen vorn, und dort triffst du. Handrücken und Unterarm bilden eine Linie. Prüf das zuerst ohne Handschuh, weil du es im Handschuh nicht mehr siehst.
Wie prüfst du die Stellung vor dem Spiegel?
Stell dich erst frontal vor den Spiegel, dann seitlich. Schau, ohne die Haltung zu verändern. Musst du den Kopf drehen, um dich von der Seite zu sehen, film dich stattdessen mit dem Handy. Kein großer Spiegel? Das Handy reicht.
Selbstcheck vor dem Spiegel
Hak nur ab, was du wirklich siehst. Bleibt ein Punkt offen, bau die Stellung noch einmal von den Füßen an neu auf, statt nur diesen Punkt zu korrigieren. Deine abgehakten Punkte bleiben auf diesem Gerät gespeichert.
Woran eine schlechte Stellung scheitert: 8 typische Fehler
Typisch sind zu enge oder zu weite Füße, tiefe Fäuste und ein erhobenes Kinn.
Typische Fehler in der Grundstellung
| Füße zu eng | Dein Gleichgewicht ist schlecht, ein kleiner Stoß bringt dich ins Wanken. | Füße auseinander, bis sie etwa unter den Schultern stehen. |
|---|---|---|
| Füße zu weit | Du kommst schwer vom Fleck. | Verkürz den Stand, bis ein kleiner Schritt mühelos geht. |
| Rücklage | Das Gewicht hängt hinten. Du verlierst die Balance und kannst dich schlechter wehren. | Schultern über die Hüften, Gewicht auf beide Beine. |
| Fäuste zu tief | Das Gesicht ist offen. | Schlaghand ans Kinn, Führhand auf Augenhöhe. |
| Kinn oben | Der Kopf wird leicht getroffen. | Kinn senken, unter den Augenbrauen nach vorn schauen. |
| Füße auf einer Linie | Du kippst leicht zur Seite. | Hinteren Fuß zur Seite setzen, zwei Schienen statt einer. |
| Ellbogen stehen ab | Der Körper ist offen, und Schläge kündigen sich an. | Ellbogen nach unten, Oberarme locker an die Rippen. |
| Ganzer Körper angespannt | Du wirst langsam und früh müde. | Ausatmen, Schultern kurz lockern, neu aufbauen. |
Schulterbreit oder breiter? Warum die Angaben auseinandergehen
Die Angaben gehen auseinander, weil es nicht die eine richtige Stellung gibt. Nimm für den Anfang schulterbreit, den vorderen Fuß grob zum Ziel, den hinteren etwas nach außen. Die Probe ist die Bewegung: Kannst du aus dem Stand ohne Stolpern einen kleinen Schritt in jede Richtung machen und stehst danach gleich da, passt die Stellung für dich. Feinheiten stellt später ein Trainer auf deinen Körperbau ein.
Was kommt nach der Grundstellung?
Sobald du die Stellung ohne Spiegel findest, lernst du den Jab, den ersten Schlag aus dieser Haltung. Danach zeigt dir die Beinarbeit beim Boxen, wie du dich bewegst, ohne die Stellung aufzugeben. Warum genau diese Reihenfolge, erklärt der Lernweg der Boxtechnik.
Warum andere das anders erklären
Swiss Boxing nennt Schulterbreite und Fußspitzen, die zum Gegner zeigen. Der Hersteller TITLE Boxing schreibt von etwas mehr als Schulterbreite und beiden Füßen im Winkel von etwa 45 Grad. Auch die Höhe der Fäuste und der Beugewinkel der Arme unterscheiden sich je nach Boxschule, je nachdem, ob jemand eher blockt oder eher ausweicht. In der Halb- und Nahdistanz stehen die Füße annähernd parallel.
Swiss Boxing und TITLE Boxing legen das Gewicht außerdem auf die Fußballen, Swiss Boxing lässt das Kinn fast das Brustbein berühren. Wir beschreiben es dir anders, weil du dich sonst leicht auf die Zehen stellst und mit dem Kinn auf der Brust den Blick nach unten ziehst.
Häufige Fragen
Grundstellung beim Boxen: Linksauslage oder Rechtsauslage?
Das hängt von deiner stärkeren Hand ab, sie bleibt in der Regel hinten. Rechtshänder stehen meist mit dem linken Fuß vorn (Linksauslage), Linkshänder meist mit dem rechten (Rechtsauslage). Der Aufbau der Stellung ist in beiden Fällen gleich, nur gespiegelt.
Wie halte ich beim Boxen die Deckung?
Beide Unterarme stehen senkrecht vor dem Körper, die Ellbogen zeigen nach unten. Die Schlaghand liegt am Kinn, die Führhand etwa auf Augenhöhe vor dem Kopf. Nach jedem Schlag geht die Hand sofort dorthin zurück.
Was ist die Boxstellung?
Boxstellung, Grundstellung und Kampfstellung meinen dasselbe: die Haltung, aus der du schlägst, dich bewegst und abwehrst.
